Astor Piazzollas Euvre umfasst mehr als eintausend Werke, darunter auch Film- und Theatermusik. Zunächst von der Musikwissenschaft ignoriert, wurden in den neunziger Jahren einige weltberühmte Musiker auf Piazzollas Hinterlassenschaft aufmerksam, so der Dirigent Daniel Barenboim, der Violinist Gidon Kremer und der Cellist Yo-Yo-Ma.
Gidon Kremer ergriff 1998 auch die Initiative zu einer neuen Aufnahme von "María de Buenos Aires". Piazzolla-Konzerte sind inzwischen fast überall auf der Welt von namhaften Orchestern aufgeführt worden.
Piazzolla ist zu einer unverkennbaren, musikalischen Persönlichkeit geworden. Er war in der Lage, die verschiedensten Strömungen in seine Kompositionen zu integrieren, deren Basis doch immer der Tango blieb.
Die weltweite und nach dem schmerzhaften Wirtschaftskollapps auch in Argentinien einsetzende Renaissance des Tangotanzens bedeutete ebenso einen erneuten Aufschwung für die einzigartige avantgardistische Musik des "Tango nuevo".
Sie ist komplexer, aufregender und raffinierter als traditionelle Tangomusik und strahlt dennoch den Zauber des Tango aus, der die Menschen fasziniert: seine Dramatik, Melancholie und Traurigkeit, die bittersüße Sehnsucht nach dem Verlorenen.